Leckermaul – Teil 3

Text von Ullrich Fischer

Ein Stern in Ondara

Ich habe vor vielen Jahren in Ondara an der Costa Blanca, ca. 70 km südlich von Valencia, mehrfach ein Restaurant besucht: CASA PEPA. Ich mochte die alte Finka inmitten eines Orangenfeldes mit ihrer einfachen, strohüberdachten Terrasse. Die Küche war einfach, spanisch und geschmacklich gut.

Ich blätterte mal wieder im Guide Michelin auf der Suche nach einem guten Restaurant nicht allzu weit weg. Man mag sich meine Überraschung vorstellen, in Ondara das CASA PEPE zu finden mit einem Stern versehen. Also reservierte ich einen Mittagstisch und machten mich auf an die Costa Blanca.

Vom alten Restaurant war nicht mehr viel zu sehen: Ein moderner Neubau, der an dem alten, renovierten Gebäude übergangslos angeschlossen ist – geschmackvoll und architektonisch gelungen., auf einer Seite von einem schönen kleinen Park begrenzt.

Auch das Innere überrascht. der „ältere“ als Bar genutzte Teil ist erhalten geblieben, an den sich offen und nahtlose das „neue“ Restaurant anschließt.

Große Glaselemente auf einer Seite lassen den Blick frei in den kleinen Park. Am Ende des Restaurants gibt es eine Weinbodega, die zum Restaurant hin durch eine Glaswand getrennt ist.

In einem Sternerestaurant erwartet man kreative Menüs – dennoch sind wir beeindruckt von der Zusammenstellung der Mittagmenüs.

Und dann warten wir gespannt auf die einzelnen Gerichte. Los geht es mit: Brocheta de encurtidos, Patata suflé, Crema de anchoas y olivas negras, Chupito de espuma de vermú: geschmacksintensive Kleinigkeiten.

Unsere Spannung steigt. Die zweite „Kleinigkeit“ überzeugt mindestens genauso: Paté de matanza, Rulo de pollo con brotes. Eine zwar außergewöhnliche Geschmackskombination, die wir aber sehr genossen haben.

Brot mit Salz und einem tollen Olivenöl gehört natürlich dazu: Nuestros panes artesanos y aceite de oliva.

Nun die erste wirkliche Vorspeise: Caballa, Ajo blanco y remolacha: Die Kombination der Zutaten verleiht dem Fisch einen erstaunlich milden und intensiven Geschmack

Der nächste Teller bietet eine weitere Überraschung: Vieira, Tabulé vegetal, Vinagreta de naranja y eneldo: die köstliche Jakobsmuschel einmal anders zubereitet und hier mit einem geschmacksintensiven Orangenessig.

Parmentier, Yema curada y trufa: Ich liebe Trüffel, auch wenn es „nur“ die spanische Sommertrüffel ist – hier verleiht sie dem ganzen einen sehr guten Schlussakkord.

Ein Fischgericht darf natürlich nicht fehlen: Pescado de palangre, Suave escabeche: geschmacksintensiv eingelegt und mit einer leichten Gurken-/Zwiebelnote – sehr ordentlich.

Kann man sich das als Nachtisch vorstellen? Sorbete de naranja: kräftiger Orangengeschmack – toll und kreativ in der Kombination.

Der zweite Nachtisch ist nicht weniger toll: Torrija y helado de anís estrellado: Das Anis Eis passt vorzüglich zum torrija (nicht wirklich ein Tost).

Und als Abschluss bekommen wir von der Küche einen letzten Gruß: Zum Café oder Tee kleine Leckereien: Ein Gelungener Ausklang.

Fazit

Ich kann nur sagen: Ein Besuch lohnt sich.


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