Ein Deutscher Bäcker in Valencia – Familienzusammenführung nach 26 Jahren

Heute sprechen wir mit Sabine und Markus, zwei Geschwistern aus Bielefeld, die nach 26 Jahren endlich wieder vereint sind und nun gemeinsam deutsche Backwaren ans Volk bringen. 

IMG_0365Hallo Markus, seit kurzem ist  Valencia um dich und damit um einen deutschen Bäcker reicher. Wie bist du auf die Idee gekommen, hier in Valencia einen Laden aufzumachen?

Markus: Ich bin letztes Jahr im August nach Valencia gekommen, weil meine Schwester und ich  zusammen sein wollten. Meine Schwester lebt seit 26 Jahren hier und wir haben uns immer gesagt, dass wir irgendwann wieder zusammen kommen und die Familie wieder zusammen führen. Ich bin Bäcker und so haben wir uns entschlossen hier einen Laden aufzumachen. Nach langer Suche haben wir einen passenden Laden gefunden, den renoviert, eingerichtet und dieses Jahr am 1. Juli eröffnet.

Sabine: Valencia ist eine super Stadt, ich kenne und mag auch Madrid, aber Valencia ist etwas ruhiger und man hat alles. Der Wunsch mit meinem Bruder zusammen zu sein, war immer da und da er Bäcker ist und ich gerne mit Menschen zusammen bin, ist die Idee entstanden hier einen Bäcker aufzumachen. Mich hat Deutschland nicht mehr interessiert und  er wollte immer nach Spanien kommen. Das war unser Traum und den haben wir uns jetzt erfüllt.  

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Was habt ihr denn hier in der Bäckerei im Sortiment, können wir uns auf typisch deutsche Sachen wie Butterhörnchen und Laugengebäck  freuen?

Markus: Ja klar! Was man unbedingt mal probieren sollte ist das Dinkelbrot, das gibt es hier sonst nicht. Wir haben Roggenmischbrot, Walnussbrot, wir haben ein paar Bio-Brote, ordentliche Croissants natürlich – Buttercroissants (er lacht), Laugencroissants, Laugenecken, wir haben Brezeln, Stangen, wir haben süße Teilchen von der Apfeltasche über die Quarktasche bis zu Torten wie unter anderem  Erdbeertorte, Himbeersahnetorte oder auch Schwarzwälder Kirschtorte.

Was ist denn der Renner unter den deutschen Produkten, sprich, was kommt bei der überwiegend spanischen Kundschaft bisher am besten an?

Sabine: Alles. Der Spanier ist bei solchen Sachen absolut offen und neugierig. Er sagt dir aber auch, wenn etwas nicht schmeckt. Zum Beispiel ist Laugengebäck hier etwas schwieriger einzuführen, was zum einen daran liegen könnte, weil man nicht weiß, wie man das am besten übersetzen soll. Da muss man halt umschreiben und die Leute viel probieren lassen. Renner ist im Moment auf jeden Fall die Schwarzwälder Kirschtorte, weil das so typisch Deutsch ist, aber auch die Brezeln oder das Dinkelbrot  und im Moment läuft das Walnussbrot auch gut.

Ich denke, was die Leute schätzen, ist die deutsche Qualität. Wenn wir sagen, da ist Sesam drin, dann ist der auch im Teig drin und nicht nur auf dem Brot drauf. Das merkt man natürlich auch. Eine große Rolle spielt bei uns auch das Bild, was der Spanier von den Deutschen hat. Sauberkeit, Pünktlichkeit, das sind natürlich Dinge, die wir alle erfüllen. Im Moment machen wir pünktlich um 7:30 Uhr auf und schließen um 20.30 Uhr.IMG_0370

Ihr bietet hier in eurem Laden nicht nur Backwaren an, sondern habt neben einem Frühstücksangebot auch ein Mittagsmenü. Was steht bei euch auf der Speisekarte?

Sabine: Wir haben Stammessen, das sind zum Beispiel Gulasch, Frikadellen, Schnitzel, Bratwurst natürlich oder Currywurst, die haben wir immer. Aber wir haben gemerkt, dass wir nicht nur das deutsche traditionelle Essen anbieten können. Deshalb haben wir  auch anderes  Essen, wie zum Beispiel gemischte Herbstsalate mit Birnen, Käse und selbstgemachtem Dressing. Wir nehmen keine gekauften Sachen, sondern machen unser komplettes Essen selber.

Was habt ihr denn in Planung für Weihnachten? Können wir uns auch auf selbstgemachte Plätzchen freuen?

Markus: Auf alle Fälle werden wir ein großes Sortiment an Weihnachtsgebäck haben, was auch ordentlich verpackt ist in schönen, kleinen Tütchen. Wir werden Hexenhäuser anbieten und unsere Makronen machen. Also, so ziemlich alles, was man aus Deutschland kennt, wird hier sein.

Auch wenn es euch erst seit ein paar Monaten hier in Valencia gibt, was ist denn eure Vision für die Zukunft?

Sabine: Der Laden hier ist so etwas wie unsere Hexenküche. Wir hatten Schwierigkeiten mit dem Licht, dann haben wir das geändert und es gibt natürlich immer noch Sachen, die wir nicht ganz so optimal finden. Aber das hier ist wie eine Generalprobe für uns, weil unsere Vision ist wirklich im Januar einen zweiten, wesentlich kleineren Laden hier in Valencia aufzumachen und den jetzigen Laden  als Mutterladen zu nehmen. Außerdem möchte ich gerne nach Madrid gehen und auch dort einen Laden eröffnen.

Vielen Dank Sabine und Markus für das offene Gespräch! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg hier in Valencia und natürlich auch bei euren Plänen. Wir freuen uns jetzt schon auf viele weitere Frühstücksbesuche bei euch!

B & K
Avinguda de l’Oest, 50
46001 Valencia
Tel: 963 23 50 24

www.brot-kuchen.com

 

 

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