Homestory Dr. Germán Gómez – ein deutscher Zahnarzt in Valencia

Seit wann bist du in Valencia und was hat dich hierher verschlagen? Oder anders herum, deine Eltern sind beide Spanier, wie bist du damals in Deutschland gelandet und warum wieder nach Spanien zurückgekehrt?

Ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen. Zu Hause wurde Spanisch gesprochen, in der Schule Deutsch und auf der Straße Schwäbisch. Als ich dann in Tübingen Zahnmedizin studiert habe und später auch Humanmedizin, habe ich in Implantologie meine Doktorarbeit gemacht. Danach kamen Stationen im Berufsleben in der Schweiz, USA und Deutschland. Als die Zeit gekommen war, sich niederzulassen und etwas Eigenes aufzubauen, fiel die Wahl, es in der besten Stadt der Welt zu versuchen. Valencia. So kam ich hierher, das war vor ca. 15 Jahren. Meine Eltern sind hier geboren und ich kannte die Stadt von meiner Kindheit.

Du hast bereits über 380 Vorträge gehalten in über 40 Ländern. Wie vereinbarst du Familie, die Klinik und dein Privatleben?

Die meisten Vorträge halte ich an Wochenenden, oder es wird eine Art „Tour“ organisiert, die ich dann in 7 bis 10 Tagen durchziehe. Schon seit 1999 hat man mich zu Kongressen eingeladen, damit ich anderen Zahnärzten an vielen Orten der Welt zeige, wie ich manche Techniken in ästhetischer Zahnmedizin und Implantologie mache. Meine Frau Claudia, auch Zahnärztin, habe ich auf einem dieser Vorträge in Venezuela kennengelernt. Sie kannte es also nicht anders.

In der Praxis bin ich ca. zu 70% meiner Zeit. Das reicht, um das Ganze am Laufen zu halten. Privat nehme ich mir mehrere Auszeiten im Jahr verteilt, um mit der Familie zu sein.

Was war die spannendste Reise und warum?

Du meinst, außer derjenigen, bei der ich meine Frau kennengelernt habe?

Jede Reise in ein Land, in dem ich vorher noch nicht war, ist spannend. Auch Reisen, bei denen ich mir noch ein paar Tage frei nehmen kann, oder mit Frau und Tochter reise, sind toll. Wenn ich aus dem Nähkästchen plaudern soll, dann würde ich ein paar Reisen hervorheben:

Libanon. Das erste Mal in einem arabischen Land, tolles Essen und Kultur.

Bolivien. La Paz, die Hauptstadt ist extrem hoch gelegen. Man ist richtig kaputt, bekommt aber ständig Tee serviert, der mit der Kokapflanze gemacht wird. Dort wurde ich dann bei der Ausreise auch mal richtig  durchgecheckt, auch weil ich mit einem kolumbianischen Dentalverkäufer unterwegs war.

Saudi-Arabien. Sehr streng geführtes Land. Frauen und Männer waren bei den Vorträgen getrennt. Frauen komplett in Burkas. Sehr striktes und interessantes Land.

Malaysia. Asiatische Gastfreundschaft und sehr interessierte Kollegen.

Generell Südamerika. Megaevents, tausende Zahnärzte in den Sälen und die Stimmung immer gut.

Du bist ja sehr häufig in Dubai, warum so oft dort?

In Dubai leite ich schon seit 2013 ein Weiterbildungsdiplom in Ästhetischer Zahnmedizin für Zahnärzte aus dem Mittleren Osten. Deshalb muss ich alle 2 Monate dorthin fliegen. Dort zeigen wir den Kollegen die neuesten Techniken im Design des Lächelns, den KeramikVeneers, Laserbehandlungen sowie Botox und Füllern. Dort ist für sowas ein enormer Bedarf.

Du hast bereits einige Prämien (Awards) sowohl auf internationaler als auch auf nationaler Ebene. Erzähl uns, wie es dazu kam:

Ich habe als Schüler bei Jugend Forscht mitgemacht. Dort habe ich Preise auf Baden-Württembergischer Ebene und auch auf Bundesebene gewonnen. Später kamen dann Preise an verschiedenen Kongressen im zahnärztlichen Bereich dazu.

In deinem Webauftritt der Zahnklinik verweist du auf eine japanische Kampfkunst. Was hat das mir der Zahnmedizin zu tun?

Eigentlich wenig. Außer, dass man beim Ninjutsu Präzision, Ausdauer und Exaktheit trainiert. Schon in Deutschland trainierte ich als Schüler verschiedene Kampfsportarten. Hier in Valencia lebt der einzige Mensch, der außerhalb Japans eine Jahrhunderte alte Tradition der Ninjas so pflegt, wie es überliefert ist. Wir gehen auch jedes Jahr 2 Wochen nach Japan, um mit dem letzten noch lebenden Meister persönlich zu lernen und zu trainieren.

Ihr behandelt auch Kinder. Erzähl uns, wie Ihr die kleinsten Patienten aufklärt und ab welchem Alter sollte man mit seinem Kind zum Zahnarzt?

Meine Frau Claudia ist ausgebildete Kinderzahnärztin. Sie spricht etwas Deutsch, weil wir am Anfang in Düsseldorf gelebt haben, und weil ich mit meiner Tochter immer auf Deutsch spreche, und die Mutter ja wissen will, was wir da so miteinander reden.

Bei unseren kleinen Patienten braucht man besonders viel Feingefühl und Psychologie. Auch die Eltern müssen mit uns gut zusammenarbeiten, damit der Besuch beim Zahnarzt ein konstruktives Erlebnis wird.

Kinder sollten tatsächlich ab dem ersten Zahndurchbruch oder spätestens zum ersten Lebensjahr ihren ersten Besuch beim Kinderzahnarzt haben.

Zahntourismus ist in den letzten Jahren immer mehr im Kommen. Warum lohnt es sich nach Valencia zur Zahnbehandlung zu kommen, mal abgesehen davon, dass Valencia eine Stadt ist, die man immer besuchen kann. Hast du viele Touristen aus Deutschland, Schweiz oder gar Österreich?

Der Preisunterschied der zahnmedizinischen Behandlungen zwischen den deutschsprachigen Ländern und Spanien ist sehr groß. Wir haben besonders viele Patienten, die aus England anreisen, aber auch aus Deutschland und der Schweiz.

Die normalen Kassenpatienten in Deutschland haben freie (Zahn)arzt Wahl, nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch innerhalb der EG. Deshalb kommen sie nach Valencia, um sich große Arbeiten machen zu lassen, dadurch ist ihr Eigenanteil, auf dem sie in Deutschland bei viel Zahnersatz sitzen bleiben würden, hier viel geringer. Kostenersparnis also auch bei Kassenpatienten. Wir sagen immer, hier machen wir deutsche zahnärztliche Arbeit (weil ich ja in Tübingen studiert habe) zu spanischen Preisen.

Jetzt noch eine private Frage: Wo gehst du am liebsten in Valencia essen? Und was sind deine Insider Hot Spots in Valencia?

Wenn es um Paella geht, gibt es viele und sehr schöne Orte. Mein Insider Hot Spot ist La Granja Santa Creu in der Nähe des Decathlon von San Antonio de Benagéber.

Horchata und Leche Merengada entweder im Mercado Colón, super Kulisse, oder in Benimaclet bei Els Sarriers. Wir gehen auch oft in Ruzafa essen. Ein tolles Viertel mit viel internationaler Küche. Außerdem: Italienische Küche – El Alquimista, nahe der Avenida Del Reino de Valencia. Venezolanisch/Peruanisch – Oris in der Nähe von der Plaza Cánovas.

Traditionelle spanische Bäckerei und Torten – La Beata Inés zwischen Perelló und Cullera.

Deutsche Bäckerei: Peter´s Delicatessa, für diejenigen, die kulinarisch ab und zu Heimweh bekommen.

Herzlichen Dank für die vielen Informationen und das Plaudern aus dem Nähkästchen! 😉

Dr. Germán Gómez hat seine Praxis in der Calle Avenida Cortes Valencianas, 39, E2-H, 46015 Valencia

 

 

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