Andere Länder, andere (Weihnachtssitten)

Text von Berte Fleissig

Weihnachtsbaum, Weihnachtsmesse, Weihnachtsgans – Alle Jahre wieder beschäftigen wir uns mit diesen Weihnachtsbräuchen.

Polen

In Polen dreht sich alles um das Essen – zu Heiligabend werden zwölf vegetarische Speisen aufgetischt und es wird im Kreise der Familie ordentlich geschlemmt. Laut einer polnischen Legende können die Tiere in der Weihnachtsnacht sprechen.

Italien

Die Italiener feiern Weihnachten gleich vier Mal. Den Anfang macht der Tag des San Nicola am 6. Dezember. Eine Woche später, am 13. Dezember, wird Santa Lucia gefeiert. An diesem Tag werden die Armen beschenkt. Am Morgen des 25. Dezembers wird das eigentliche Weihnachtsfest zelebriert. Zu guter Letzt wird am 6. Januar die Hexe La Befana erwartet, die braven Kindern Geschenke in deren Strümpfe legt und den unartigen Kindern Kohlestücke bringt.

Tschechien

In Tschechien wird ebenfalls üppig gegessen. Dann wird nach alter Tradition ein Apfel quer aufgeschnitten, um die Zukunft vorauszusagen. Sieht das Kerngehäuse des Apfels aus wie ein Stern, bedeutet das Glück und Gesundheit. Ein Kreuz jedoch sagt Unheil voraus.

Rumänien

Das Weihnachtsfest ist in Rumänien das wichtigste Fest des Jahres und wird dort mit viel Begeisterung gefeiert. “Ignatius” ist einer der bekanntesten Bräuche. Nach diesem Brauch wird in jedem Haushalt ein Schwein geopfert, in Gedenken an den heiligen Ignatius. Außerdem ziehen Kinder von Haus zu Haus, singen Lieder, sagen Gedichte auf und wünschen den Leuten ein schönes Fest und alles Gute für das neue Jahr. Dafür bekommen sie Süßigkeiten, Obst und manchmal Geld.

Bulgarien

In Bulgarien gibt es zu Weihnachten, als Abschluss der Fastenzeit, eine ungerade Zahl an fleischlosen Gerichten. Beliebt sind rote Paprika, gefüllt mit Reis, oder Weinblätterrouladen. Traditionell wird der Tisch nach dem Essen nicht abgeräumt, damit in der darauffolgenden Nacht auch die Verstorbenen speisen können.

Griechenland

Laut einer griechischen Tradition versuchen sogenannte “Kalikanzari”, kleine Unterweltkobolde, einen Baum zu fällen. Kurz bevor sie ihr Werk vollbringen, wird Jesus geboren. Die Kobolde verlassen die Unterwelt und kommen zu den Menschen, um diese 12 Tage lang zu ärgern und Schabernack zu treiben. Um sich vor den Plagegeistern zu schützen, brennen die Kamine in Griechenland 12 Tage lang.

Russland

In Russland wird das russisch-orthodoxe Weihnachtsfest erst 13 Tage nach dem deutschen Weihnachten gefeiert. Dort kommt Väterchen Frost, begleitet von seiner Enkelin Schneeflöckchen, in der Neujahrsnacht und beschenkt artige Kinder.

Mexiko

Weihnachtsbräuche in Mexiko haben ihren Ursprung in der spanischen Kolonialzeit. Dort werden prächtige “posdas”, also Umzüge, gefeiert. Diese sollen die Herbergssuche der Heiligen Familie darstellen.

USA

In den USA ist Weihnachten eine Mischung aus den Traditionen von vielen, verschiedenen Einwanderern. In der Nacht vom 24. auf 25. Dezember fliegt Santa Claus mit seinem Schlitten, der von Rentieren gezogen wird, über die Häuser. Er klettert durch den Kamin in die Häuser und füllt dort die sogenannten “Christmas Stockings” der Kinder.

Äthiopien

In Äthiopien wird in der Nacht von 6. auf 7. Januar Weihnachten gefeiert. Die Gläubigen feiern, ganz in weiß gekleidet, einen mehrstündigen Gottesdienst. Danach wird das 43-tägige Fasten gebrochen und ein großes Festmahl mit der Familie gefeiert.

(Quelle: https://praxistipps.focus.de/weihnachtsbraeuche-aus-aller-welt-die-skurrilsten-traditionen_97551)