Auf den Hund gekommen – Teil 3

Text von Andrea Keller

Futter ist ein sehr großes Thema, was ich nur kurz anschneiden werde. Denn genau wie mit der Erziehung, könnte ich daraus eine Wissenschaft machen.

Ob die Pharmaindustrie oder die Futterhersteller … es sind Milliardengeschäfte, die mit der Angst und Unwissenheit der Hundehalter ihren Profit machen. Der Schäferhund von meinem Opa hat nur Essensreste bekommen und ist stolze 15 Jahre alt geworden. Ich möchte damit nur sagen, “Lasst die Kirche im Dorf und streitet nicht um Gramm-Zahlen von Proteinen und Kohlehydraten.” Ich persönlich habe für mich das „Halb-barfen“ entdeckt. Ein Mix aus Frisch-und Dosenfleisch. Wichtig ist, dass ihr euch Gedanken über die Zusammensetzung macht. Ein Blick auf das, manchmal sehr, sehr klein Gedruckte, hilft weiter. Was zuerst gelistet steht, von dem ist der Löwenanteil vorhanden. Das sagt schon viel über die Qualität des Futter aus.

Es sollte ausgewogen sein. Obst, Gemüse, Kräuter, Öle, Knochen, Fisch und natürlich Fleisch. Obwohl ich mich vegetarisch ernähre, wäre es meiner Ansicht nach falsch, einem Fleischfresser genau dieses zu enthalten.

Ein zweiter, sehr wichtiger Punkt ist das Management:

Heißt nichts anderes, dass ich z.B Sicherungen und Vorsichtsmaßnahmen ergreife. Sprich, bei einem Hund, der empfindlichst auf Geräusche mit Panik reagiert, besorge ich ein Angstgeschirr/ Panikgeschirr oder sichere sein Geschirr zusätzlich an einem Halsband.

Mit einem Kindergitter (was eigentlich in jedem Hundehaushalt sein müsste) kann ich den Hund trennen, ohne dass er das Gefühl hat weggesperrt zu werden (Ideal bei Vergesellschaftung). Oder ich besorge eine Schleppleine, wenn mein Hund noch nicht sicher auf den Rückruf reagiert. Eine Hausleine bei verstörten/traumatisierten Hunden ist ebenso eine Möglichkeit. Zudem sollte man eine Ruhezone einrichten, damit der Hund einen Rückzugsort hat, an dem er ungestört ist. Und so weiter…

Das gute Verhalten belohnen ist essenziell, damit der Hund versteht, was ich von ihm möchte. Denn ein Hund macht nichts, wenn es sich nicht lohnen würde. Das heißt für uns, verstärke ich sein gutes Verhalten, wird er es immer öfter zeigen. Ich bringe den Hund damit zum Nachdenken und erreiche auf sanfte Art und Weise seine Kooperation. Das erfordert ein Umdenken der Menschen, die ohne Strafe ihren Hund erziehen möchten.

Ich lasse also nicht den Hund den „Fehler“ begehen, um ihn dann zu bestrafen, sondern ich lobe ihn, BEVOR er einen Fehler macht. Anderes Beispiel: Bevor er an mir hochspringt, also wenn er mit seinen 4 Pfoten noch am Boden ist, genau dann wird gelobt. Das Anspringen selber wird ignoriert. Sprich: keine Aufmerksamkeit in diesem Moment geben. Denn nur darum geht es ihm. Auch kein Wegschubsen oder Runterdrücken, denn auch das ist Aufmerksamkeit. Lediglich sich zur Seite drehen, damit er mit dem Hochspringen keinen Erfolg hat.

Für den Hund ist schnell klar, was sich wann für ihn lohnt. Er wägt ab und wird immer schneller das gewünschte Verhalten zeigen. Wie man das aufbaut und womit, erkläre ich im nächsten Artikel.

Mehr zu Andrea Keller und Keller Dog Academy erfahrt ihr in unserem exklusiven Interview.

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