Einmal Sprachtapas, bitte!

Neues Jahr, neues Glück

Darf man so spät eigentlich noch ein frohes (neues) Jahr wünschen? Egal, ich tue es einfach! Auch wenn ihr vielleicht wie ich bei „El Gordo“ und „El Niño“ leer ausgegangen seid, wünsche ich euch viel Glück für 2019 oder – auf Spanisch – ¡feliz 2019! Was „feliz“ bedeutet, weiß sogar jeder Weihnachtsmarktbesucher ohne Spanischkenntnisse, denn der bekannte Gassenhauer „feliz Navidad“ dudelt da ja andauernd in allen möglichen Versionen von Boney M über Céline Dion bis hin zu Michael Bublé. (Das Original stammt übrigens vom Spanier José Feliciano.)

Doch zurück zum Thema – dem Glück. Wünscht man jemandem Glück, dann nennt man das bekanntlich einen „Glückwunsch“ („felicitación“), und wenn dieser auch noch von Herzen kommt, logischerweise einen „herzlichen Glückwunsch“. Armen Deutschlernenden, die von diesen zwei Wörtern oft einen Knoten in die Zunge bekommen, empfehle ich als Alternative „alles Gute“. Auf Spanisch sagt man meist einfach „(muchas/muchísimas) felicidades“, und auf Valencianisch gleichermaßen „(moltes/moltíssimes) felicitats“. Leicht zu merken, oder? Der Begriff „felicidad“ bezieht sich übrigens auf das Glück im Sinne von „Glücklichsein“.

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Glück ist aber nicht nur Glückssache, sondern auch ein sprachlich recht ergiebiges Thema. Es gibt viele Redensarten, wie das bekannte „Glück im Unglück“ und sein nicht weniger bekanntes spanisches Pendant „no hay mal que por bien no venga“. Mit „buena/mucha  suerte“ wünscht man jemandem auf Spanisch viel Glück und mit „qué mala suerte“ bedauert man jemandes Pech. Das spanische Wort „suerte“ bedeutet nämlich eigentlich nur „Schicksal“ und wird erst als „buena suerte“ zu „Glück“ bzw. als „mala suerte“ zu „Unglück“/„Pech“. Und auch das klingt auf Valencianisch ganz ähnlich, nämlich „bona sort“ und „mala sort“. Bei „Sort“ denken Spanier übrigens sofort an den gleichnamigen Ort in Katalonien, dessen Name also „Glück“ bedeutet und der deshalb vor Weihnachten zum Mekka für viele abergläubische Teilnehmer an der beliebten Lotterie „El Gordo“ wird. Ein echtes Glücksspiel eben!

Im Spanischen verwendet man im Zusammenhang mit Glück oft auch noch ein anderes Wort, nämlich „fortuna“, das übrigens auch „Vermögen“ bedeutet und von dem sich die Adjektive „afortunado/-a“ („glücklich“) und „desafortunado“ („unglücklich“) ableiten. Und nein, liebe Fußballer, da stand nicht etwa Fortuna Düsseldorf Pate – die römische Glücks- und Schicksalsgöttin Fortuna wurde schon ein paar Jährchen früher verehrt. Dementsprechend kennt man unser Sprichwort „Pech im Spiel, Glück in der Liebe“ auf Spanisch als „desafortunado/-a en el juego, afortunado/-a en el amor“. Kann man je nach Lebenslage natürlich auch umgekehrt sagen. 😉

In diesem Sinne hoffe ich, dass euch Fortuna in diesem Jahr lacht und zu „afortunados“ macht!

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