Gut zu wissen – Teil 12

Heiraten in Spanien – Wer in Spanien einen Spanier heiratet, darf seinen Nachnamen behalten. Einen Familiennamen, wie wir es in Deutschland kennen, gibt es hier nicht. Die Kinder erhalten dann einen Doppelnamen, der sich normalerweise aus dem ersten, dem väterlichen Nachnamen und dem zweiten, dem der Mutter zusammensetzt. Ein neues Gesetz aus dem Jahr 2017 gewährt Wahlfreiheit und Spielraum in der Reihenfolge der Namenwahl beim Nachwuchs, ob nun der Nachname der Mutter zuerst genannt wird oder der des Vaters. Im Alltag wird jedoch meist nur der erste Nachname verwendet. Anders war es jedoch bei dem spanischen Expräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero (übersetzt Schuster), der vielmehr mit dem zweiten Nachnamen bekannt ist.  

Typisch spanische Nachnamen – Was bei uns in Deutschland Müller, Meier, Schneider, Fischer oder Schmidt ist, sind hier nach Angaben des Nationalen Statistikamtes die Familiennamen García, González, Rodriguez, Fernández und López.

Hochzeitsbräuche in Spanien – Spanier wissen zu feiern, so sind die Hochzeiten meist geprägt durch ein ausgiebiges Essen. Das kann sich gerne bis in die Nachtstunden ziehen, wo dann der Tortenanschnitt gegen 23:00 Uhr erfolgt. Zu den Hochzeitsbräuchen lassen sich Folgende aufzählen: Zum Kaffee werden für die Herren Zigarren und für die Frauen Zigarillos verteilt. Diese tragen eine Banderole, meist mit den Initialen des Brautpaares. Ein kleines Gastgeschenk in Form einer kleinen Olivenflasche ist sehr typisch und beliebt. Dies hängt aber natürlich von der Region ab, an dem die Hochzeit stattfindet. Wie in Deutschland trägt auch die spanische Braut etwas neues, altes, blaues und geliehenes.

Ehering – Ursprünglich trug man den Ehering links, wie es bis heute noch in den meisten Ländern ist, so beispielsweise in Spanien und in der Schweiz. In Deutschland und Österreich hingegen tragen die meisten Paare den Ehering an der rechten Hand und den Verlobungsring an der linken. Eine einheitliche Regelung gibt es hierbei nicht und es ist jedem frei gestellt, ob er ihn nun am rechten oder linken Ringfinger tragen will. Ursprünglich wurde der Ring links getragen. Dieser Brauch rührt von dem Glauben her, dass eine Liebesader vom Herzen direkt zum Ringfinger führt. Warum man nun den Ring in Deutschland an der rechten Hand trägt ist nicht ganz klar. Einige Vermutungen führen auf die Germanen oder gar die Protestanten zurück. Bei den Germanen lief die Liebesader durch die rechte Hand und bei den Protestanten, meint man, dass diese aus Protest die rechte Hand wählten. Das Bibelzitat Exodus 15.6 besagt, dass die rechte Seite für das Gute steht. Ich persönlich trage als Rechtshänder aus praktischen Gründen den Ring links. Da es keine einheitliche Regelung diesbezüglich gibt, bleibt es jedem frei die Hand zu wählen die ihm/ihr lieber ist. Selbst in Spanien gibt es Regionen, wie beispielsweise in Alcoy in Alicante, dort wird der Ring meist links angesteckt, wohingegen in anderen Regionen Alicantes der Ring rechts getragen wird.

Wohnungseinzug – Wer in Spanien in eine neue Wohnung zieht und sich, wie man das meist in Deutschland macht, bei den Nachbarn vorstellen möchte, steht oft vor verwunderten Gesichtern. Der Brauch, sich mit einem selbstgebackenen Kuchen bei den Nachbarn vorzustellen, ist hier nicht sehr bekannt. Bestimmt ist dies auch in Deutschland von Region zu Region und von Nachbarschaft zu Nachbarschaft verschieden. Habt ihr es schon einmal ausprobiert? Wie waren die Reaktionen eurer Nachbarn?