Gut zu wissen – Teil 3 -Dezember Spezial

1. Die Weihnachstlotterie „El Gordo“  ist ein absolutes Muss in Spanien, wie ich am eigenen Leib erfahren habe. Schnell gilt man als Außenseiter wenn man keine 10tel in der Firma mitkauft. Alle Kollegen fiebern und diskutieren, welche Zahlenkombination wohl die geeigneteste ist. Verständlich, wenn man sich die gesamte Gewinnausschüttung von über 2 Milliarden Euro des „El Gordo“ (der Dicke) ansieht. Die spanische Weihnachtslotterie ist seit 1812 die größte und älteste Lotterie weltweit und jedes Jahr am 22. Dezember  werden die Gewinnzahlen ausgelost. Gespannt sitzen Jung und Alt vor dem Fernseher und hören den singenden Schulkindern zu, in der Hoffnung, dass die eigene Nummer gesungen wird. Wer aus Deutschland noch ein Los ergattern will, kann dies unter folgendem Link tun.

2. Das Christkind wird hier durch Papa Noel ersetzt und am 6. 1. kommen die Heiligen Drei Könige und bringen traditionell die Geschenke. Der Nikolaus kommt hier leider nicht am 6.12. und wen es nach Plätzchen, Dominosteinen und Christstollen gelüstet, muss bei Lidl einkaufen. Weihnachtsbäume sind meistens aus Plastik und nirgends liegt Glühweinduft in der Luft. Aber mal ehrlich – wer braucht schon Glühwein bei  Plusgraden im Dezember? Dafür werden in den Häusern schöne Krippen aufgestellt, typische Weihnachtssüßigkeiten sind Turron und staubtrockene Polvorones. Für den Genuss von letzteren sollte man sich ein Glas Wasser zum runter spülen bereit stellen;-)

3. Am 6.1. wird der Roscon de Reyes gegessen, in dem eine  Figur versteckt ist. Es heißt, wer die Figur erhält, wird das Jahr über Geld haben und muss den Roscon im nächsten Jahr kaufen.

4. Was bei uns der 1. April ist in Spanien der 28.12., el Dia de los Innocentes (Tag der Unschuldigen). Lasst euch also nicht verschaukeln.

5. An Silvester um Punkt 0:00 Uhr ist man damit beschäftigt, den Mund leer zu bekommen, weil man sich vorher 12 Trauben in den Mund geschoben hat…also mit Happy New Year Wünschen und geselligem Sekt anstoßen wird es nur für die Profis was. Besonders interessant finde ich kleine Döschen mit bereits entkernten und mundgerechten kleinen Trauben. Die  machen es dann auch möglich um 0:00 Uhr fröhlich auf das neue Jahr anzustoßen. Gespannt sitzt man vor dem Fernseher oder direkt am Rathausplatz und schaut die Kugel der Rathausuhr an. Bei jedem Gongschlag wird dabei eine Traube gegessen. Der Brauch sagt, dass dies Glück und Wohlstand für das ganze Jahr bringe.  Diese Tradition kommt aus dem Jahr 1909, da sei die Weintraubenernte sehr gut ausgefallen. Um den Überschuss abzubauen, freute man sich über diese wunderbare Tradition der Glückstrauben.

Wir wünschen allen eine besinnliche Weihnachtszeit!

Euer Team von Valencia für Deutsche

2 thoughts

  1. Liebe Doris, danke für deinen Kommentar. Wir freuen uns, dass dir der Beitrag gefallen hat.
    Herzliche Grüße
    Kathrin und Maria

  2. Toller Beitrag. Danke.

    Diesen Beitrag fand ich sehr interessant ! Andere Länder, andere Sitten und Gebräuche und Feiern… den 06.01. mit dem Roscon de Reyes kenne ich nur aus Frankreich, wo man auch den Blätterteigkuchen ißt mit einer Figur drin…

    Doris Meusburger

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