Homestory Peter’s Delicatessa – Mit Freude und Qualität backen

Wir freuen uns, dass sich Peter Früh Eckert von Peter’s Delicatessa bereit erklärt, ein Exklusivinterview für Valencia für Deutsche zu geben. Er gehört zu der ersten und ältesten deutschen Bäckerei und Konditorei mit Spezialitäten aus Deutschland, Schweiz und Österreich, die in Valencia eröffneten. Peter’s Delikatessen erfreuen den Gaumen der Valencianer bereits seit dem Jahr 1979.

Peter, seit wann bist du schon in Valencia? Was hat dich damals hierher verschlagen?

Meine Lehre als gelernter Koch und Konditor machte ich in Schwäbisch Gmünd von 1959-1962. Danach arbeitete ich 14 Jahre in der Schweiz mit einem Abstecher nach Paris im Hotel de Crillon. In der Schweiz lernte ich meine Frau, gebürtige Valencianerin, kennen. Als 1976 meine 2 Buben ins Schulalter kamen, beschlossen wir, die Zukunft der Familie in der Heimat meiner Frau fortzusetzen. So kam ich nach Valencia. Zuerst arbeitete ich in Burgos in der Keksfabrik Loste von Bahlsen, bis ich dann entschloss mein eigenes Ding zu machen.

Wie kamst du dazu eine Bäckerei und Konditorei zu eröffnen? Wann hast du die erste eröffnet?

1979 beschloss ich schlussendlich mich in Valencia selbstständig zu machen und eröffnete eine Konditorei in der Calle de Marva 14, in Valencia. Mit meinem damaligen Geschäftspartner gründete ich 1982 den “ Peter’s Torten Shop“, eine Konditorei und Backstube mit Ladenverkauf in der Calle Luis Oliag und gleichzeitig die Cafeteria in der Calle Bachiller, ganz in der Nähe der Deutschen Schule. Als mein Partner einige Jahre später absprang, beschlossen wir das Café zu schließen und ich eröffnete mein eigenes Lokal an der Plaza Pedagogo Pestalozzi, 3. Dort findet man mich auch heute noch. Ich hatte und habe auch heute noch meinen Schwerpunkt auf dem Verkauf für Restaurants und Hotels. Heute führen meine beiden Söhne das Geschäft mit einem kleinen Ladenverkauf weiter.

Du belieferst hauptsächlich Restaurants, backst Kuchen für Hochzeiten und für andere Events. Was sind deine Sterneprodukte und welche lieben die Valencianer?

Unsere Hauptverkaufsprodukte sind Apfelstrudel, Schwarzwälder Kirschtorte und Sachertorte, das sind die Hauptrenner. Viele Spanier kommen, die vor allem in Österreich gelebt haben und sagen „Deine ist genau so gut wie die in Wien, der einzige Unterschied ist, deine ist billiger.“ (schmunzelt) Der Apfelstrudel, den wir machen, ist nach Wiener Art. Die Schwarzwälder Kirschtorte machen wir wie zu Hause und sonst auch alles mögliche. Natürlich mache ich auch die Brezeln selbst, nicht so wie die anderen Kameraden, die alle Tiefgefrorene haben (lacht). Früher hatten wir eine große Anfrage an Brezeln. Durch das Aufkommen von Aldi und den ganzen Supermarktketten merke ich stark, dass hier die Nachfrage herunter gegangen ist. Wir haben das Angebot auf die bekanntesten Sorten reduziert. Nichts desto trotz habe ich einen Kunden, der immer zu seinem Geburtstag einen Thüringer Mohnkuchen bei mir bestellt.

Brot kann man hier ebenfalls vorbestellen. Alles andere kann beim Ladenverkauf erworben werden. Von Plätzchen über die Mainzer Thaler findet man hier einiges, was den Gaumen erfreut. Wir bieten ein reduziertes Sortiment an und legen somit unser Augenmerk auf Qualität. Man erhält bei mir fast alles auf Anfrage und Bestellung.

Jeden Mittwoch kann man bei dir deutsches Brot kaufen. Welche Sorten bietest du an?

Jeden Mittwoch Morgen machen wir Brot. Wir bieten Roggenmischbrot, ein Brot mit Körnern und manchmal auch freitags, je nach Anfrage, Brot an. Unsere Brote sind meist aus Weizen, Roggen und Dinkel.

Wo kaufst du deine Produkte?

Obst für die Torten kaufe ich auf dem Großmarkt und die Mehle kaufe ich von meinen Lieferanten. Stollengewürze kaufe ich meist direkt aus Deutschland. Mein Hauptprodukt, Mehle, kaufe ich hier in Spanien von meinem Lieferanten. Einige werden aus Deutschland importiert und ich nehme sie dann direkt von ihnen ab.

Wie hat sich die Stadt, über die Jahre hinweg verändert? Was waren die einschlägigsten Veränderungen für dich?

Die ganze Gesellschaft. Ich kenne Spanien seit 1968, ich habe 69 geheiratet und wir haben Spanien oft besucht, noch damals zur Francozeit. 1976 kamen wir nach Spanien. Damals gab es einfach mehr Disziplin und Respekt. Das hat sich heutzutage sehr geändert. Es macht jeder was er will (nur diejenigen, die sich angesprochen fühlen). Das ist es, was mir auffällt. Die Stadt der Künste, das alles hat sich verbessert und schaut auch wunderschön aus. Ich zum Beispiel hatte wenige freie Tag. Wir haben jeden Tag offen. Wenn wir nicht den Ladenverkauf haben, haben wir die Restaurants.

Wie hast du es geschafft deine Bäckerei über die Jahre aufrechtzuerhalten? Was ist dein Erfolgsrezept?

Wir hatten ein Angebot, dass damals keiner hatte. Und dann natürlich auch die Freude am Arbeiten. Man muss schon etwas aufbringen, um in der Hotellerie bestehen zu können. Hauptsächlich würde ich als Erfolgsrezept die Freude am Arbeiten nennen, denn nur wer Freude an dem hat, was er tut, kann auch nur gut darin sein.

Da du ja schon einige Jahre in Valencia lebst – hast du viele Deutsche kommen und gehen sehen?

Ja, hauptsächlich die Lehrer der Deutschen Schule. Wir hatten viel Kontakt zur Deutschen Schule, da meine beiden Kinder auf die Deutsche Schule gegangen sind. Wir haben heute noch regen Kontakt zu den damaligen Lehrern. Persönliche Freunde sind eigentlich nicht so viele wieder zurück. Ich bin sehr verbunden mit der Deutschen Schule und dem deutschen Hilfsverein, dem Deutsch-Spanischen Freundeskreis. Ich habe viele Freunde dort.

Was sind deine Hobbys und wie entspannst du dich nach einem harten Arbeitstag?

Meine große Leidenschaft ist das Skat spielen. Wir treffen uns jede Woche an der Deutschen Schule und spielen dort. Früher waren wir an die 15 bis 20 Mann und jetzt spielen wir in einer kleinen Gruppe. Wir fangen meist um 16:30 Uhr an. Eine weiteres Hobby von mir ist die Satellitentechnik. Ich baue die Dinger selber und auch für Freunde. Man muss sich vorstellen, ich bin bis 1992 mit dem spanischen Fernsehen klar kommen, also 16 Jahre, bis ich dann endlich meine eigene Parabolantenne auf dem Dach hatte und deutsches Fernsehen empfangen habe. Das deutsche, schweizerische und österreichische Fernsehen ist mir persönlich sehr wichtig. Parabolantennen und die Programme zu installieren ist nun zu einem meiner Hobbies geworden.

Was sind deine Lieblingsspots in Valencia? Hast du ein paar Lieblingsrestaurants, die du mit uns teilen möchtest?

Meine Schwiegereltern sind aus einem Dorf der Umgebung Valencias. Da sind wir immer hingegangen. Den Sommerurlaub haben wir früher in Cullera verbracht. Mal sind wir ein paar Wochen nach Deutschland und dann wieder nach Cullera.

Zum Essen gehe ich natürlich immer zu meinen Kunden. (da schmeckt auch das Brot (lacht) .Gerne gehe ich zu Casa Carmela, das ist unten am Strand von Malvarrosa. Der macht gute Paella. Wir gehen auch gerne in das Hotel La Morzeria, ein Hotel in Alboraya.

Was ist dein Lieblingsgericht unter den spanischen Gerichten? Woran kannst du dich nicht satt essen?

Meine Lieblingsgerichte aus der spanischen Küche sind Paella und Arroz al horno. Bloß kein Pan con Tomate (zum Frühstück). Ich esse zum Frühstück meist mein eigenes Brot mit einer selbstgemachten Marmelade.

Vielen Dank, Peter für deine ehrlichen und offenen Worte. Es hat uns große Freude bereitet mit einem der ältesten Konditoren und Bäckermeister mit deutscher Tradition in Valencia zu sprechen.

Wart Ihr schon dort?

Peter’s Delicatessa – Pastelería y panadería artesana – Especialidades de Alemania, Austria y Suiza | Plaza Pedagoga Pestalozzi, 3b | 46006 Valencia | Tel.: 963 330 705 | E-Mail: info@pasteleria-alemana.es

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