Wer in Spanien eine Immobilie kaufen, ein Unternehmen gründen oder sich rechtlich sicher niederlassen möchte, steht oft vor vielen Fragen. Das spanische Rechtssystem funktioniert anders als das deutsche, Verträge sind nicht immer so standardisiert, wie man es vielleicht erwartet, und gerade bei Immobilien, Steuern oder Unternehmensstrukturen können kleine Fehler später teuer werden.
Für deutschsprachige Menschen in Valencia und Spanien ist es deshalb ein großer Vorteil, eine rechtliche Ansprechpartnerin zu haben, die nicht nur Spanisch, Deutsch und Englisch spricht, sondern auch die unterschiedlichen Denkweisen und Rechtstraditionen versteht. Genau hier setzt Virginia Hannig an. Sie ist Gründerin von Ahuir Law, einer Kanzlei mit Sitz in Valencia, die sich auf Unternehmensrecht und Immobilienrecht für internationale Mandanten spezialisiert hat.
Im Gespräch erklärt sie, worauf Deutsche, Österreicher und Schweizer in Spanien achten sollten, warum rechtliche Beratung vor der Unterschrift beginnt und was sie persönlich an Valencia besonders schätzt.
Wer bist du und was machst du als Anwältin in Spanien?

Ich bin Virginia Hannig, Gründerin von Ahuir Law, einer Kanzlei mit Sitz in Valencia, die sich auf Unternehmens- und Immobilienrecht für internationale Mandanten spezialisiert hat. Ich bin beim Colegio de Abogados de Madrid zugelassen und berate Mandanten auf Deutsch, Englisch und Spanisch — mit Niederlassungen in Valencia, Madrid, Palma de Mallorca, Frankfurt und München.
Vor der Gründung der Kanzlei habe ich über 20 Jahre in internationalen Unternehmen wie Capgemini, Vodafone, e.on und Dell gearbeitet. Diese Erfahrung prägt bis heute, wie ich rechtliche Arbeit verstehe: nah an der unternehmerischen Realität meiner Mandanten.
Was hat dich bewegt, dich auf deutschsprachige Mandanten zu konzentrieren?
Es war keine strategische Entscheidung — es war eine natürliche Entwicklung. Ich habe immer wieder erlebt, wie viele Deutsche, Schweizer und Österreicher nach Spanien kommen, mit konkreten Plänen und echtem Engagement, aber ohne einen verlässlichen rechtlichen Ansprechpartner, der ihre Sprache spricht — nicht nur linguistisch, sondern auch kulturell.
Das deutsche Rechtsdenken ist präziser, strukturierter, risikoaverser als das spanische. Diese Brücke zu bauen, macht für mich wirklich Sinn.
Warum ist rechtliche Beratung auf Deutsch so wichtig?
Es ist ein enormer Unterschied. Recht ist Sprache — und wenn man rechtliche Konzepte in einer Fremdsprache erklären muss, gehen Nuancen verloren.
Meine deutschsprachigen Mandanten können ihre Situation vollständig schildern, Fragen stellen, nachfragen — und verstehen wirklich, was sie unterschreiben. Das schafft Vertrauen und vermeidet teure Missverständnisse.
Was sollten Deutsche vor dem Kauf einer Immobilie in Spanien wissen?
Drei Dinge vor allem: Erstens, dass der spanische Immobilienmarkt weniger reguliert und transparenter als der deutsche ist — das bedeutet mehr Freiheit, aber auch mehr Risiko. Zweitens, dass es vor jeder Unterschrift eine sorgfältige rechtliche Prüfung braucht. Und drittens, dass die Nebenkosten beim Kauf — Steuern, Notar, Register, Gestoría — je nach Region zwischen 10 und 13 Prozent des Kaufpreises ausmachen können.
Wer das nicht einplant, erlebt eine unangenehme Überraschung.
Wie läuft die rechtliche Prüfung einer Immobilie in Spanien ab?
Wir beginnen mit der Nota Simple — einem Auszug aus dem Eigentumsregister, der zeigt, wer der rechtmäßige Eigentümer ist und ob Lasten, Hypotheken oder Embargos bestehen.
Dann prüfen wir die städtebauliche Situation: Ist das Gebäude legal gebaut? Gibt es Verstöße? Danach folgt die Überprüfung der Gemeinschaftsschulden bei Eigentümergemeinschaften und offener Steuern.
Erst wenn alles sauber ist, begleiten wir die Verhandlung, den Arras-Vertrag und schließlich die notarielle Beurkundung.
Welche Fragen sollten sich Menschen stellen, die in Spanien selbstständig arbeiten oder gründen möchten?
Die erste Frage ist: Autónomo oder Gesellschaft? Das hängt vom Umsatz, der Haftung und der steuerlichen Situation ab. Die zweite: Wo werde ich steuerlich ansässig — und was bedeutet das für meine Steuerpflicht in Deutschland?
Viele unterschätzen die Konsequenzen eines Wohnsitzwechsels. Und die dritte Frage lautet: Welche Verträge brauche ich von Anfang an — mit Kunden, Lieferanten, eventuell Mitarbeitern?
Wer diese Fragen früh klärt, spart später viel Geld und Nerven.
Was macht grenzüberschreitende Mandate zwischen Deutschland und Spanien anspruchsvoll?
Es treffen zwei sehr unterschiedliche Rechtskulturen aufeinander. Das deutsche Recht ist kodifiziert, detailliert, auf Absicherung ausgerichtet. Das spanische ist flexibler, aber auch weniger vorhersehbar.
Dazu kommen steuerliche Fragen — Doppelbesteuerungsabkommen, Wegzugsbesteuerung, internationale Erbschaftsfragen. Und nicht zuletzt: unterschiedliche Erwartungen an Tempo, Formalismus und Kommunikation.
Meine Aufgabe ist es, auf beiden Seiten verständlich zu sein.
Was ist dir in der Beziehung zu deinen Mandanten besonders wichtig?

Ehrlichkeit — auch wenn sie unbequem ist. Ich sage meinen Mandanten, was ich wirklich denke, nicht was sie hören möchten.
Und Verlässlichkeit: Wer mit mir arbeitet, weiß, dass ich erreichbar bin, antworte und meine Zusagen einhalte. Gerade für Menschen, die in einem fremden Land rechtlich navigieren, ist das Vertrauen in ihren Anwalt keine Selbstverständlichkeit — sondern etwas, das ich mir täglich verdienen muss.
Was macht gute anwaltliche Beratung aus?
Gute Beratung löst Probleme — keine weiteren. Das klingt simpel, aber es bedeutet: den Fall wirklich durchdenken, die Konsequenzen verschiedener Wege erklären und eine klare Empfehlung geben.
Kein juristisches Kauderwelsch, keine Absicherung durch Nichtentscheidung. Mein Ziel ist immer, dass mein Mandant nach unserem Gespräch weiß, was er tun soll — und warum.
Wann wäre es besser gewesen, früher rechtlichen Rat einzuholen?
Klassisch: beim Arras-Vertrag. Viele unterschreiben ihn ohne anwaltliche Prüfung, weil der Makler sagt, es sei „Standard“. Ist er nicht.
Ich habe Mandanten begleitet, die dadurch zehntausende Euro verloren haben — weil eine Klausel fehlte, die sie im Falle eines Problems geschützt hätte.
Der zweite häufige Fall: Unternehmensstrukturen, die steuerlich ungünstig aufgesetzt wurden, weil am Anfang gespart wurde. Das kostet später ein Vielfaches.
Was macht dir an deinem Beruf am meisten Freude?
Der Moment, wenn ein Mandant sagt: „Jetzt verstehe ich endlich, wie das funktioniert.“ Oder wenn eine komplexe Transaktion, an der wir monatelang gearbeitet haben, erfolgreich abgeschlossen wird.
Ich mag die Kombination aus intellektueller Tiefe und direkter menschlicher Wirkung — ich sehe, was meine Arbeit im Leben meiner Mandanten verändert.
Was magst du persönlich an Valencia?
Valencia hat eine Qualität, die man schwer beschreiben kann — es ist eine echte Stadt, keine Kulisse. Es gibt hier echtes Leben, echte Nachbarschaften, echte Menschen.
Das Klima, das Meer, das Essen — das ist das Offensichtliche. Aber was mich wirklich hält, ist das Tempo: angenehm, menschlich, ohne die Aggressivität großer Metropolen. Und trotzdem ist alles da, was man braucht.
Was würdest du deutschsprachigen Menschen raten, die rechtlich sicher in Spanien ankommen möchten?
Holt euch rechtliche Begleitung, bevor ihr unterschreibt — nicht danach.
Und sucht jemanden, der euer System kennt: nicht nur das spanische Recht, sondern auch die deutsche Denkweise, die steuerlichen Konsequenzen eines Wohnsitzwechsels und die kulturellen Unterschiede.
Spanien ist wunderbar — aber es funktioniert anders. Wer das akzeptiert und gut begleitet wird, kann hier wirklich gut leben und arbeiten.
Gibt es ein Thema, über das du die deutsche Community besonders aufklären möchtest?
Ja: die steuerlichen Konsequenzen des Wegzugs aus Deutschland. Viele kommen nach Spanien und denken, sie haben damit ihre deutsche Steuerpflicht hinter sich gelassen. Das stimmt oft nicht — zumindest nicht sofort und nicht automatisch.
Die Wegzugsbesteuerung, die erweiterte beschränkte Steuerpflicht, offene Beteiligungen in Deutschland — das sind Themen, die viele zu spät auf dem Radar haben.
Darüber möchte ich mehr sprechen, weil die Überraschungen hier besonders schmerzhaft sein können.
Rechtliche Beratung für deutschsprachige Mandanten in Spanien

Ob Immobilienkauf, Unternehmensgründung, Vertragsprüfung oder grenzüberschreitende rechtliche Fragen: Wer in Spanien wichtige Entscheidungen trifft, sollte diese gut vorbereitet treffen. Gerade für deutschsprachige Mandanten kann eine Beratung auf Deutsch helfen, Risiken besser zu verstehen und rechtliche Schritte sicherer zu planen.
Ahuir Law begleitet internationale Mandanten in Spanien mit Schwerpunkt auf Immobilienrecht, Unternehmensrecht und grenzüberschreitenden Fragestellungen.
Kontakt:
Ahuir Law
Valencia, Spanien
Telefon: +34 614 641 552
E-Mail: info@ahuir-law.com
Website: www.ahuir-law.com
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