Homestory Stephanie Fischer von „Lagasca“ – Psychotherapie auf Deutsch

Deutsche ÄrzteEs gibt Situationen im Leben, da ist es hilfreich – wenn nicht sogar notwendig – sich in der Muttersprache auszudrücken.  Im Psychotherapiezentrum Lagasca in Valencia arbeitet die Psychologin Stephanie Fischer. Zusammen mit ihrer Geschäftspartnerin bietet sie psychologische Beratung und Therapie neben Spanisch auch auf Englisch und Deutsch an.

Stephanie, wie kommt es dazu, dass du in drei Sprachen behandelst?

Ich habe 4 Jahre in Siegen gelebt, in der Nähe von Köln. Die Schule habe ich in Spanien angefangen und in England fertig gemacht. Dort habe ich auch Psychologie studiert. Danach habe ich in Madrid 2 Jahre lang meinen Master gemacht und dann bin ich nach Valencia. Wir haben uns mit einem Kollegen in Madrid zusammen geschlossen, er hat dort ein Lagasca Zentrum und unseres gibt es jetzt seit ca. 2 Jahren in Valencia.  

Emotionen sind ganz stark mit Sprache verbunden. Wenn ich zum Beispiel über etwas rede, was mit meinem Alter zu tun hat, in dem ich in Deutschland gelebt habe, kommt es automatisch auf Deutsch raus. Ich habe das auch in Gruppentherapie erlebt, bei der jemand auf einmal in Verbindung mit einem Erlebnis war und dann kam eine andere Sprache zum Vorschein – in diesem Fall französisch -, weil die Person in dieser Zeit in Frankreich gelebt hat. Wenn man seine Emotionen nicht frei raus lassen kann und diese erst mal übersetzen muss, ist das für denjenigen meist schwierig.

Was sind deine Behandlungsschwerpunkte?

Behandlungsschwerpunkte sind vor allem Angstzustände oder Depressionen bei Erwachsenen. Viele kommen aber auch, wenn ein großer Wechsel im Leben stattgefunden hat, wie zum Beispiel bei einem Todesfall oder einer Trennung. Man muss nicht krank sein, um zum Psychologen zu gehen. Die Therapie ist für mich eine Arbeit, mit der wir der Person helfen auf ihren idealen Weg zu kommen. Die eigenen Stärken besser kennen zu lernen, sich selbst besser kennen zu lernen und insofern Entscheidungen treffen zu können, die mit einem selbst im Einklang sind. Damit gehen die meisten Symptome, wie zum Bespiel Stresszustände oder auch Depressionen, automatisch zurück.

Wie lange dauert eine Therapie im Durchschnitt?

EspacioDas ist ganz unterschiedlich. Das kommt ganz darauf an, was bearbeitet wird. Manchmal kommen Leute, die möchten an etwas ganz spezifischem arbeiten. Wenn das dann erledigt ist, ist die Therapie vorbei. Andere Leute wollen tiefer gehen, sich selbst kennen lernen und die Ursachen verstehen, da dauert es länger. Die kürzeste Therapie bei mir bisher waren ca. 4 Monate und die längste 2 Jahre.

Was ist der genaue  Unterschied zwischen einem Psychologen und einem Psychiater?

Mittlerweile verschmelzen die Grenzen oft, da viele Psychiater heutzutage auch eine Ausbildung haben, um Therapie zu machen. Insofern verschreiben sie Medikamente und machen die Therapie. Aber ursprünglich waren die Psychologen dafür da, die Diagnose zu stellen, die Psychiater waren dafür da, die Medikamente zu verschreiben und die Therapeuten für die Behandlung. Der Therapeut an sich sollte, meiner Meinung nach, nie aufhören sich weiter zu bilden und zu entwickeln. Es gibt in diesen Bereichen einfach so viel zu lernen. Das wichtigste bei einer Therapie ist es, dass man jemanden hat, mit dem man kann und wo man sich wohl fühlt.

Lagasca_Psychologisches Zentrum_Valencia_AdressverzeichnisDie Praxis befindet sich im Stadtzentrum von Valencia. Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag, von 9:00 Uhr bis 21:00 Uhr. Mehr Infos unter www.lagasca.es
Vielen Dank, Stephanie,  für das offene und interessante Gespräch!

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